School of Schenk

Bis zur bevorstehenden Reform der Oberstufe bleibt die Königsdiziplin im Deutsch-Abi (BW) der Werkvergleich mit “Außentext” – momentan zu “Steppenwolf”, “Faust” und “Der goldne Topf”.

Die Knackpunkte bei dieser Aufsatzform ist einerseits das Verständnis der Aufgabenstellung – vor allem bei der Frage: Wie beziehe ich den Aussentext ein?

Die andere große Schwierigkeit liegt in der Komplexität der Aufsatzform, die unter anderem Aspekte der Inhaltsangabe, Tetxtinterpretation und literarischen Erörterung vereint.

Daher habe ich mich bei der Behandlung im Unterricht für eine doppelte Herangehensweise entschieden. Eingebettet zwischen einer Einführung in die Aufsatzform mit Beispieltexten und einer systematischen Nachbetrachtung durch die Lehrperson war für die SuS ein Lernprojekt, in dem sie selbst eine Aufgabenstellung formulieren und als Videoessay bearbeiten sollten.

Das ganze Lernszenario mit Aufgabenstellung und Beispielergebnis findet ihr hier unten.

Werkvergleich mit Außentext

Aufgaben (Partnerarbeit möglich)

  • Themenwahl (bitte eintragen): https://padlet.com/mr_schenk/asl3qtt91v4t
  • Auswahl der passender Werke / Figuren für euren Vergleich (bitte auch im Padlet eintragen)
  • Formulieren einer eigenen Aufgabenstellung (siehe Hinweise und Informationen)
  • Recherche in den Werken / in Sekundärtexten / zu den Außentexten
  • Erstellen eines kurzen vergleichenden Videoessays oder Podcasts
  • 1. Sehnsucht

    Nimm deine Sehnsucht
    sperr sie ein und bind sie fest
    Du musst sie regelmäßig füttern
    Doch bleib nicht zu lang mit ihr allein
    Die lullt dich ein und gibt dir liebend gern den Rest

    Gisbert zu Knyphausen: Verschwende deine Zeit

    2. Entwicklung

    Bis vor kurzem herrschte in der Persönlichkeitspsychologie die Auffassung, dass mit etwa 30 Jahren der Charakter ausgebildet ist und dann auch so bleibt. In den vergangenen Jahren haben aber Längsschnittstudien gezeigt, dass sich die Persönlichkeit während des gesamten Lebens verändern kann. Auch hat man neue Tests entwickelt, mit denen sich die Veränderung besser messen lässt. Jetzt merkt man, dass sich auch bei Älteren noch sehr viel tut. Das Veränderungspotential unserer Psyche ist sowohl kognitiv wie auch emotional immens. 

    Prof. Ursula Staudinger im Interview mit spiegel.de am 29.08.2013

    3. Außenseiter

    Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.

    Jean Genet

    4. Spiegel

    Nicht der äußere Mensch, sondern der innere hat Spiegel nötig. Man kann sich nicht anders sehen als im Auge eines fremden Sehers.

    – Jean Paul

    5. Phantastische Welten

    Man darf sich nicht im Grenzenlosen einer omnipotenten Phantasie verlieren und einfach tun, was man will. Der Weg zurück in die Realität erfordert zweckgebunden- authentische Phantasie, die zur Einsicht in die Wünsche, Verletzungen, Träume und Projektionen des eigenen Inneren führt.

    Bernhard Rank: Phantastische Kinder- und Jugendliteratur

    6. Einsamkeit

    Einsamkeit ist das Los aller hervorragender Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei Übeln erwählen.

    Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena

    7. Beziehungen

    Zur Ordnung der Liebe zwischen Mann und Frau gehört, dass es zwischen ihnen zu einem Austausch kommt, bei dem beide gleichermaßen geben und nehmen. […]
    Diese Ordnung der Liebe wird gestört, wenn eine Asymmetrie entsteht, wenn sozusagen der eine begehrt und der andere gibt. Insbesondere dadurch wird dieser Austausch gefährdet.“

    Bert Hellinger: Die Liebe des Geistes – Was zu ihr führt und wie sie gelingt

    8. Scheitern / gelingen

    Die Bestimmung unseres Lebens ist nicht der Erfolg, sondern heroisches Scheitern.

    Robert Louis Stevenson

    9. Rausch

    Man muß immer trunken sein. Das ist alles: die einzige Lösung. Um nicht das furchtbare Joch der Zeit zu fühlen, das euere Schultern zerbricht und euch zur Erde beugt, müsset ihr euch berauschen, zügellos. Doch womit? Mit Wein, mit Poesie oder mit Tugend, womit ihr wollt. Aber berauschet euch.

    Charles Baudelaire: Gedichte in Prosa

    10. Gut und Böse

    Gutes und Böses hat die natürliche Tendenz, ein jedes sich in seiner Weise fruchtbar zu erweisen, indem Gutes Gutes und Böses Böses hervorbringt.

    John Stuart Mill

    11. Zerissenheit / Verwirrung / Wahnsinn

    Ich finde nirgends Ruh,
    Muss selber mit mir zanken
    Ich sitz ich lieg, ich steh,
    Ist alles in Gedanken.

    Andreas Tscherning: Melancholie redet selber

    12. Normal sein / verrückt sein

    Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

    Vincent Van Gogh

    13. Selbstbestimmung

    Niemand rettet uns, außer wir selbst. Niemand kann und niemand darf das. Wir müssen selbst den Weg gehen.

    Buddha

    Beispielvideo zur Aufgabenstellung 13

    von Lukas Wiggenhauser:

    Hinweise und Informationen